JI- und CDM-Projekte
Technical Due Dilligence zur Bewertung der Deponiegassituation

Definitionen (Quelle: Wikipedia)

Due Diligence (DD), bekannt als „Sorgfaltspflicht“, bezeichnet die „gebotene Sorgfalt“, mit der beim Kauf bzw. Verkauf von Unternehmensbeteiligungen oder Immobilien das Objekt im Vorfeld der Akquisition geprüft wird. Due-Diligence-Prüfungen beinhalten insbesondere eine systematische Stärken-/Schwächen-Analyse des Objekts, eine Analyse der mit dem Kauf verbundenen Risiken sowie eine fundierte Bewertung des Objekts. Die Technical Due Diligence untersucht den technischen Zustand von Anlagen und Gebäuden, hier insbesondere Bewertung von Instandhaltung, Instandsetzung und Modernisierungspotenzial.

Der Handel mit Emissionsrechten ist eines der wesentlichen im Kyoto-Protokoll verankerten Instrumente. Die Idee ist, dass Emissionen dort eingespart werden, wo dies am kostengünstigsten möglich ist. Zu unterscheiden ist der Emissionshandel zwischen Staaten, welcher im Kyoto-Protokoll festgelegt wurde und der Emissionshandel zwischen Firmen, der in der EU stattfindet. Dazu wird vom Staat an alle am Emissionshandel teilnehmende Unternehmen pro Jahr eine vorher festgelegte Menge an Emissionszertifikaten ausgegeben oder versteigert.

Als Joint Implementation (JI) werden kooperative Maßnahmen zweier (oder mehrerer) Industrieländer bezeichnet, die sich beide anteilig anrechnen lassen können. Das ermöglicht es Ländern mit relativ hohen spezifischen Kosten der Emissionsreduktion ihren Verpflichtungen durch Investitionen in Länder mit leichter erzielbaren Einsparungen nachzukommen. Der JI-Mechanismus ist besonders im Hinblick auf die im Annex I vertretenen osteuropäischen Staaten geschaffen worden. Neben der Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen sollte damit gleichzeitig die notwendige Modernisierung der ehemals kommunistischen Ökonomien vorangetrieben werden.

Von Clean Development Mechanism (CDM) spricht man, wenn ein Industrieland Maßnahmen zur CO2-Reduktion in einem Entwicklungsland durchführt. Da der Ort einer Emissionsreduktion prinzipiell unerheblich ist und man von jeglicher Reduktion einen verringerten negativen Einfluss auf das Klima erwartet, können kostengünstigere Maßnahmen verwirklicht werden. Der CDM wurde eingeführt, um einerseits Industrieländern das Erreichen ihrer Reduktionsziele zu erleichtern und gleichzeitig einen zur Modernisierung dringend notwendigen Technologietransfer in Entwicklungsländer zu fördern.

Zielsetzung

Die Technical Due Diligence Prüfung dient dazu, eine Einschätzung des jeweiligen Deponiegaspotenzials unter Berücksichtigung der Randbedingungen z. B. im Hinblick auf die Fassbarkeit des Deponiegases, eventuelle Gefahren und Risiken zu erarbeiten. Die Ausarbeitung eines groben Mengengerüsts und Kostenbildes ermöglicht dann die Erstellung von ersten Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Leistungsumfang

Historische Erkundung

Prüfung von technischen Unterlagen der Betreiber (Beschreibungen, Berechnungen, Pläne, etc.) auf Plausibilität und Übereinstimmung (z. B. Prüfung der Anliefermengen in Gegenüberstellung zum Deponievolumen, Prüfung der Gasprognoserechnung und des Rechenmodells).

Deponiebegehung und Befragungen

  • Allgemeiner Zustand der Deponie
  • Zugänglichkeit zur Deponie und Absicherung
  • Baulicher Zustand der ggf. vorhandenen Gaserfassung
  • Betriebliche Situation der Deponieentgasung
  • Bewertung der vorhandenen Gaserfassung und des laufenden Deponieentgasungsbetriebs auf Verwendbarkeit und Ausbaubarkeit
  • Wassermanagement auf der Deponie und Wasserstand im Deponiekörper
  • Sonstiges.

Gasprognose

Berechnung des Gaspotentials sowie der möglichen Treibhausgasreduzierung anhand eines Prognosemodells.

Ergebnisse: 

Besonderheiten der Deponiegassituation sind in aller Regel nur durch Deponiebegehungen erkennbar. An einigen der von uns begangenen Deponie wurden Rauchgasaustritte festgestellt, die dann zum Ausschluss aus der weiteren Betrachtung führten.

Planunterlagen können oft erst nach Befragung des Deponiepersonals erstellt werden, wie hier z. B. für einen Gasbrunnen zur passiven Entgasung einer DeponieGasbrunnen_CDM

 

 

 

 

 

Ergebnis einer Gasprognose:

Mit Hilfe der Gasprognose wird die ausbeutbare Gasmenge einer Deponie in der zeitlichen Auffaltung ermittelt. Aus dieser wird über das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential GWP) von Methan die Treibhausgasreduktion in CO2-Äquivalenten berechnet, beispielhafte Rechnung:

Jahr

 Gaspotenzial

in t CH4/a

ausbeutbare Gasmenge
in t CH4/a

Treibhausgasreduktion

in t CO2e/a

2008

40.000

13.400

281.400

2009

44.000

14.850

311.850

2010

40.500

13.750

288.750

2011

37.350

12.700

266.700

2012

34.475

11.800

247.800

Summe

196.325

66.500

1.396.500

weitere Referenzen:

Durch die Ingenieurgruppe RUK wurden Technical Due Diligence-Prüfungen an folgenden Deponie durchgeführt:

  • Ecuador: Dep. Zambizá
  • Kolumbien: Dep. Doña Juana, Bogota; Dep. La Pradera und Curva de Rodas, Medellin
  • Moldawien: Dep. Mandrestii
  • Malaysia: Dep. Krubong, Melaka
  • Russland: Dep. Dmitrovskij, Chmetjevo, Timochovo, Carjevo, Parfjonova, Torbeevo, Saburova und Schemjakino, Moskau; Dep. Novyi Svet und Juznyi, St. Petersburg; Dep. Rostov a. Don
  • VAE: Dep. Sharjah.